Als Berufsstarterin hast Du eine besondere Situation. Du kommst aus dem Studium und hattest dort - in der Regel - geringe Fixkosten. Entgegen der landläufigen Meinung musst Du das nicht ändern, nur weil Du jetzt deutlich mehr Geld zur Verfügung hast, als während des Studiums.

Viele Mediziner sind der Meinung, dass sie nach einem langen Studium, in dem sie in einem kleinen WG-Zimmer oder sogar noch bei den Eltern gewohnt haben, jetzt endlich mal eine richtige eigene Wohnung benötigen. Ich wüsste nicht, wozu das gut sein sollte. Bei der WG hast Du den Vorteil, dass meistens jemand da ist, egal, zu welcher Uhrzeit Du nach Hause kommst. Natürlich hat das auch Nachteile, aber wenn Du als Ärztin oder Arzt sowieso den Hauptteil Deiner Zeit in der Klinik verbringst, wäre es doch vorteilhaft, wenn Du irgendeine Art von sozialem Kontakt außerhalb der Klinik halten könntest.
Diejenigen, die mit ihrem Partner oder ihrer Partnerin zusammen ziehen möchten, sollen das tun. Aber bitte nicht gleich auf 80 Quadratmetern. Es reicht doch eine 50 qm Wohnung.

Wenn die Kosten zum Berufsstart ähnlich bleiben, wie sie zuvor im Studium auch waren, hast Du jeden Monat dramatisch viel Liquidität übrig. Und genau das Geld kannst Du für spätere Zeiten anlegen. Wer das so macht, hat direkt mit dem ersten Gehalt 1.000 EUR (und mehr) jeden Monat zur Verfügung, die in Deine Ziele fließen dürfen.
Und diese Ziele sind von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Manchen ist die eigene Immobilie sehr wichtig, andere wollen ausreichend Liquidität während der Familienzeit haben, um dort keine Einschränkungen zu erleben und wieder andere brauchen alle sieben Jahre ein neues Auto. Es ist höchst unterschiedlich.

Sicher ist nur: So viel wie jetzt wirst Du spätestens mit Beginn der Familienplanung erst mal viele Jahre nicht mehr beiseite legen können. Deswegen ist es gut direkt damit anzufangen.

Fange direkt damit an.

Damit Du Deine Lebensplanung so umsetzen kannst, wie Du es Dir vorstellst, solltest Du bestimmte Risiken absichern. Dabei helfen Dir Versicherungen. Was Du brauchst, liest Du (leider erst) in der nächsten Woche hier nach: Finanzielles Immunsystem aufbauen

Sparen oder Investieren?

Jetzt wissen wir schon, dass es sinnvoll wäre so viel Geld wie möglich jeden Monat beiseite zu legen. Denn wenn wir das langfristig tun, ist der Zinseszinseffekt am größten. Aber Moment, regelmäßige Zinsen gibt es doch gar nicht mehr, oder? Wie kannst Du denn da vom Zinseszinseffekt profitieren?

Wo bekomme ich denn jetzt noch Zinsen?
Sparen

Seit der Finanzmarktkrise im Jahr 2008 sind die Zinsen gesunken.

Das macht das Anlegen für die Deutschen schwer, weil wir es gewohnt sind unser Geld zu sparen. Dafür sind seit jeher die Sparkassen zuständig. Am Weltspartag bringt jeder sein Sparschwein zur Bank und es wird - feierlich - auf ein Sparbuch eingezahlt. Es gab Zeiten, zu denen das noch einigermaßen einträglich war. Man bekam seinen Zins und alle waren glücklich. In meiner Kindheit ging ich mit dem Sparbuch jedes Jahr zur Bank und ließ mir die Zinsen eintragen. Das macht heute vermutlich niemand mehr. Es wäre auch eine peinliche Situation für den Bankmitarbeiter, wenn er nichts - oder zumindest kaum Zinsen eintragen darf. Wir befinden uns weiterhin auf einem absoluten Zins-Tiefstand und brauchen eine Alternative zu dem über Jahrzehnte geprägten Verhalten.

Investieren

Investieren klingt erst mal nach Anzugsträgern, die irgendwelche abgefahrenen Geschäfte machen, die man nicht nachvollziehen kann. Die aber auch vollkommen in die Hose gehen können, so dass man am Ende noch was drauf legen muss.

Aber natĂĽrlich ist es anders.

Investieren meint das Ausnutzen der Höhen und Tiefen des Kapitalmarktes. Gemeint sind damit vor allen Dingen, aber nicht nur, Aktien, also Unternehmensbeteiligungen. Wir alle konsumieren täglich Produkte von irgendwelchen Unternehmen. Diese Unternehmen erwirtschaften aufgrund unserer Käufe Gewinne und von diesen Gewinnen wollen wir nun auch etwas abbekommen.

Als Aktionär bekommst Du einen Anteil an den Gewinnen.

Weil einzelne Aktien in ihrem Wert ständig nach oben oder unten schwanken, kaufen wir am besten nicht nur ein paar, sondern gleich sehr viele verschiedene und am besten nicht nur deutsche Unternehmen, sondern wir beteiligen uns weltweit an diversen Unternemen unterschiedlicher Branchen. Während die einen nach unten schwanken, bewegen sich andere vielleicht gerade nach oben und das beschert uns immer eine durchschnittliche Entwicklung. Damit können wir strategisch arbeiten und müssen uns nicht mit Spekulationen und Hoffnungen begnügen.

strategisch statt spekulativ.

Natürlich gibt es auf dem Kapitalmarkt noch weitere Investments, die wir tätigen können. Für den Anfang beschränken wir uns hier erst einmal auf die Aktie.

Fazit

Es gibt mehr Anlagemöglichkeiten, als das Sparbuch oder ein Bausparvertrag, wir müssen sie nur verstehen und anwenden lernen. Sollten wir nun auf das Sparen verzichten und unser Geld investieren?

Sollten wir nun auf das Sparen verzichten und unser Geld investieren?

Nein, das wäre nicht hilfreich. Es gibt Ziele, die bespart werden wollen und andere, die ein Investment benötigen. Man darf immer genau hinschauen und überlegen, was eigentlich erreicht werden soll. Dann triffst Du die Entscheidung, ob Du den Kapitalmarkt nutzen möchtest oder solltest (vielleicht sogar müsstest), oder ob Dir der Geldmarkt ausreicht. Denn der Vorteil im Sparen liegt in der schwankungsfreien Anlage: Ich weiß, was ich in drei Monaten auf dem Sparbuch liegen habe, wenn ich nichts tue. Das kann ich für den Kapitalmarkt zu keiner Phase erwarten.

Bleibt gut beraten. đź‘Ł


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