Studenten-WGs sind häufig ohne Versicherungsschutz bei Hausratrisiken. Das liegt vermutlich daran, dass Studierende davon überzeugt sind, keine Versicherungen zu brauchen, weil alles noch über die Eltern läuft. Erst mit dem Berufseinstieg ändert sich das bei vielen - wenn auch nicht bei allen, manche benötigen da noch zwei bis drei Berufsjahre, bevor sie ihre Finanzen in die eigenen Hände nehmen - und man macht sich ein paar Gedanken über Versicherungen.

Das ist aber natürlich nicht der Grund, wieso die WGs eine beliebte Anlaufstelle für Diebe sind. Wesentlich wichtiger sind folgende drei Punkte:

  • Regelmäßige Bewegungsmuster
  • Wert/Quadratmeter
  • Nachlässigkeit

Und die schauen wir uns jetzt genauer an.

Studenten haben im Semester häufig sehr regelmäßige Bewegungsmuster.

Man kann die Uhr danach stellen. Im Semester haben viele Studierende sehr regelmäßige Muster, nach denen sie die Wohnung verlassen und wieder betreten. Es ist für eine fremde Person keine Schwierigkeit, diese Muster zu beobachten. Sobald die Uni begonnen hat, finden morgens bis mittags, oder sogar abends Vorlesungen statt. Am Freitagnachmittag hört man den Trolley über die Steine rattern und einige machen sich auf den Weg zu Mutti in die Heimat. Dadurch steht die WG am Wochenende nicht selten leer.

Werktags Uni, am Wochenende in der Heimat.

Enger Raum = Hohe Werte pro Quadratmeter

Während mancher der Meinung ist, nicht viel zu besitzen, auf das die Diebe wert legen könnten, lohnt jedoch ein genauer Blick in die bewohnten Zimmer. Auf dem engen Raum einer WG befinden sich häufig hohe Werte pro Quadratmeter. So kann es sich für eine Diebesbande sehr wohl lohnen, in eine WG einzusteigen.

Jeder Student besitzt in der Regel einen Laptop oder Computer. Häufig sogar noch ein Tablet, meistens ein iPad. Die durch die Industrie getriebenen kurzen Erneuerungszyklen von Smartphones - alle zwei Jahre hat man, je nach Vertrag, ja wieder Anspruch auf ein neues Gerät - liegt das alte Gerät noch irgendwo herum oder wird als Musikanlage-Alternative zusammen mit einem Bluetooth Lautsprecher genutzt.
Das bedeutet, im besten Fall (für den Dieb) liegen in einer Dreier-WG auf 70 Quadratmeter: 3 Flachbildfernseher, 3 Tablets, 3 alte Smartphones, 3 Bluetooth Lautsprecher, 3 Computer, etwas Bargeld, das ein oder anderer Kleidungsstück (teure Jacken, Schuhe oder Hosen sind beliebt), manchmal Schmuck und hin und wieder teure Musikinstrumente.

Die WG gleicht einer kleinen Schatzkammer.

Damit gleicht der Einbruch einer kleinen Schatzkammer, in der mehr zu holen ist, als bei einer kleinen Familie, die auf 70 Quadratmetern wohnt.

Nachlässigkeit

Studierende sind (manchmal) nachlässiger, was das Absperren der Türen angeht. In der WG selber sind die Zimmertüren sowieso (so gut wie) nie abgesperrt. Die Wohnungstür wird meistens zugeschlossen, aber einer der drei Mitbewohner vergisst das in seiner Eile auch hin und wieder.

Diese Situationen sind für einen Dieb höchst attraktiv. Der Einbruch dauert keine halbe Stunde, in der Regel sogar weniger als zehn Minuten. Rein, kurz durch die Zimmer schnuppern, den ganzen Technikkrams, Bargeld, Schmuck in einen Rucksack packen und wieder raus. Verkauft werden die Sachen über ebay, oder besser noch bei einem Pfandleiher direkt in Bargeld umgewandelt. In einer aufregenden halben Stunde verdient der Einbrecher in einer Studi-WG - mit sehr geringem Risiko - über 1.000 EUR, und häufig sicher deutlich mehr.

Sehr clevere Banden laufen als Handwerker oder Hausmeister „verkleidet“ durch das Wohnheim und klopfen zu entsprechenden Zeiten einfach an die Türen. Wenn niemand öffnet, wird aufgebrochen und mitgenommen, was zu finden ist. Nicht selten hat einer dann sogar Zeit zwischendurch noch ans Auto zu gehen, um Dinge abzuladen...

Fazit

Eine gute Hausratversicherung schützt vor dem Vermögensabfluss durch Einbruch. Die gestohlenen Dinge werden zum Neuwert ersetzt und die Geschädigten haben nur mit dem Schrecken zu leben.

Das Fahrrad kann mit versichert werden - wobei viele Studierende schon erkannt haben, dass das „gute“ Rad besser bei Mutti bleibt und in der Uni-Stadt der Wahl dann ein gebrauchtes Stadt-Rad für weniger als 100 EUR angeschafft wird. Damit kommt man in ausreichender Geschwindigkeit an die Uni und die alte Möhre ist für Fahrrad-Diebe höchst unattraktiv.

Bleibt gut beraten. 👣